Himmelfahrt des Propheten Mohammed

Jüdische Einwanderer

Juden lebten im Vest Recklinghausen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts meist nur in der Stadt Recklinghausen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts konnten sie sich zunehmend auch in anderen Städten der Region niederlassen.

Seit etwa 1900 kamen vor allem junge jüdische Männer aus Osteuropa nach Deutschland, auf der Flucht vor Pogromen im zaristischen Russland.
Später suchten deutsche Behörden in Osteuropa nach Arbeitern. Unter denen, die kamen, waren auch viele Juden. Einige Tausend fanden im Ruhrrevier neue Arbeitsplätze. Der nationalsozialistische Völkermord an den Juden hatte auch die jüdischen Gemeinden im Vest zerstört. Nur wenige Überlebende kamen in ihre alte Heimat zurück. Nach 1945 blieben auch viele ehemalige Lagerinsassen und Zwangsarbeiter in Deutschland, um von hier aus ihre Emigration zu organisieren. Diese Menschen nannte man „displaced persons“. Aus ihrer angestammten Heimat deportiert, in der Fremde befreit, suchten sie eine neue Heimat. Ein kleiner Teil blieb in Deutschland und baute zusammen mit den wenigen zurückgekehrten deutschen Juden das jüdische Leben neu auf. Die politischen Veränderungen in Europa Ende der 1980er Jahre führten zu einer großen Ausreisewelle von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. Etwa 120.000 von ihnen entschlossen sich seither für eine Immigration nach Deutschland.

Durch diese Zuwanderer hat sich nicht nur die Mitgliederzahl in den hiesigen jüdischen Gemeinden verändert, sondern auch das Gemeindeleben.

(Text mit freundlicher Genehmigung der Insel-VHS / Ausstellung: "Im Vest angekommen!?", Marl)

Gefördert vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

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